Hier noch einen kleinen Eintrag zum deutschen Gesundheitssystem. Die health policy section soll hier ja nicht untergehen zwischen all den Kölsch und Frankfurter Apfelweine.
Wie in jedem Land das ich besuche, kommt bei mir irgendwann die Frage auf: “wie funktioniert den eigentlich euer Gesundheitssystem und bist du damit zufrieden?”
Hier in Deutschland ist es so, dass die Krankenkassenbeiträge prozentual vom Lohn abgezogen werden. Da gibt es keine Unterschiede zwischen den verschiedenen Bundesländer und auch der (vergangene) Gesundheitszustand hat keinen Einfluss auf den Abzugsanteil. Die Hälfte des Beitrags wird jeweils vom Arbeitgeber übernommen. Studenten zahlen die Hälfte des obligatorischen Beitrages. Danach ist es eigentlich ganz einfach: du kannst zu jedem Arzt den du willst. Gehst du zuerst zu deinem Hausarzt, hast du meistens Vorrang für einen Termin beim Spezialisten, kannst da aber auch ohne Überweisung hin.
Ebenfalls inbegriffen ist der Frauenarzt und der Zahnarzt so lange es sich um “normale” und notwendige Behandlungen handelt. Wer zum Beispiel eine Krone braucht zahlt selber. Beim Zahnarzt gibts dann so eine Karte wo die jeweils eintragen, wann du was gemacht hast und somit bekommst du zum Beispiel immer nach 10 Behandlungen eine gratis Spezialreinigung. Somit sieht die Krankenkasse auch ob du regelmässig beim Zahnarzt warst, so dass sie bei einem spontanen schlimmereren Fall auch die Kosten übernehmen.
Brauchst du Medikamente vom Arzt, bezahlst du die selber, aber am Schluss kannst du die alle von den Steuern absetzen.
Wer sich Privat versichert zahlt pro Monat natürlich mehr, wird dann aber in ein Einzelzimmer gesteckt im Spital, jeweils nur vom Chefarzt behandelt und kommt immer zuerst dran. Eine krasse Zweitklassengesellschaft wenn du mich fragst…
Jetzt meine Frage: “gehen dann die Leute nicht ständig zum Arzt, wenn ja alles bezahlt wird?”
Natürlich, meint Genija, aber das Ziel des Staates sei, dass die Leute so wenig wie möglich bei der Arbeit fehlen…
Anderes Land, andere Sitten!