Erst einen Tag sind wir zurück und schon sitze ich an meinem Blog und parallel auch an einem Video. Zum jetzigen Zeitpunkt würde ich schätzen, dass ihr euch noch ein paar Wochen gedulden müsst, bis das Material hochgeladen ist, aber wir werden es ja sehen. Der Grund dafür: eine unglaubliche Reise mit noch unglaublicheren Bildern. Nicht ganz so einfach, sich für die besten, sagen wir mal 600 zu entscheiden.
Nun aber der Reihe nach. Wer lesen mag, hier ein paar Notizen aus meinem Tagebuch, für alle anderen sprechen wohl auch Bilder:
- Tag: Ankunft in Keflavik Flughafen
Am Sonntag, 14. August sind wir bereits um die Mittagszeit, bei Regen und Wolken im kalten Island gelandet und haben da unser neues zuhause für die nächsten 14 Tage entgegengenommen. Unser Campervan, ausgestattet mit WIFI, einer 2m grossen Matratze (dieses Detail ist bei einem 1.94m grossen Freund entscheidend) einem Wasserkanister, Kochmaterial, einer bis dahin noch funktionierenden Standheizung und eine Stunde später auch mit ca. 4 Tonnen Schokolade als Reiseproviant, sollte uns durch ganz Island begleiten.

Den ersten Nachmittag fuhren wir an Reykjavik vorbei bis nach Borgarnes, wo wir unseren ersten Schlafplatz direkt am Strand fanden. Der Campingplatz liess zu Wünschen übrig, aber unserer Begeisterung konnte das nichts anhaben.





Erkentnisse des Tages: hier kostet ein Fast Food Burger Menü, soviel wie ein luxuriöses zMittag im Migros Reschti; wenn es mit Wind und Regen so weitergeht, müssen wir uns bald einen warmen Island Pulli lismen; sind wir auf einem anderen Planeten gelandet?
2. Tag Borgarnes bis Stykkishòlmur
Wir haben uns aufgrund des stabileren Wetters im Süden, entschieden im Uhrzeigersinn die Inser zu umrunden. Daniela fährt heute nun nach ca. 3 Jahren Fahrabstinenz das erste Mal wieder Auto und das Richtung Norden. Das Frühstück haben wir trotz Wind und Nieselregen mit Blick auf das Meer genossen und Manuel erfreute sich vor allem an den amerikanischen Cornflakes “Lucky Charms” (später im Blog ersichtlich).


Wie habe ich mich auf die isländischen Pferde gefreut. Als Nicht-Pferde-Fän, habe ich trotzdem bei der erst besten Gelegenheit angehalten, die pinken Turnschüeli gepackt und zielstrebig auf mein Fotomotiv hingerannt, gehüpft, wie auch immer, jedenfalls wars mit der Freude erst mal kurz vorbei, denn ich bin einmal gerade hinaus hingefallen. Knie aufgeschlagen und die ersten Prinzessinnenpflaster mussten gekauft werden.


Heute haben wir unseren ersten Vulkankrater bestiegen, das meist fotografierte Chileli von Island fotografiert und uns vom Wetter die Laune nicht verderben lassen.

Besonders schön dann Kirkjaföl mit seiner bekannten Form und passend dazu im Anschluss einen Regenbogen gesichtet.



Kirche in Blöndos, wo wir übernachtet haben.
Erkentnisse des Tages: Autofahren verlernt man nicht, Augen sollten in Island immer auf den Boden und nicht auf Pferde gerichtet sein, auch Isländer machen gute Pizza.
Tag 3: Stykkisholmur bis Blöndos
Heute ging es zurück von der Halbinsel auf die Ringstrasse und weiter Richtung Norden. Nach dem 2ten Fotostopp, streikte meine Kamera das 1. Mal und ab da haben wir fast täglich unsere wichtigsten Gefährten aufgeladen. Einen weiteren tollen Krater bestiegen und die Halbinsel Vatness entdeckt. Dabei haben wir ROBBEN gesichtet, die da gemütlich auf ihren Steinen in der Sonne sonnten.

Ja genau, Sonne! Das erste Mal haben wir sie heute gesehen und das bei warmen 15 Grad. Zudem haben uns ein paar isländische Pferde den Weg versperrt. Süss nicht? Nein, diese riesen Tiere, haben unser Auto fast aufgefressen und dann mit ihren Zungen das ganze Auto auch noch “geputzt”.


Unser Campingplatz heute direkt am Fluss!

Erkenntnisse des Tages: Sollten Pferde dein Auto abschlecken, sieht es danach nicht zwingerdermassen sauber aus; früh auf dem Campingplatz sein lohnt sich (Riverview!); Die Sonne existiert auch in Island
Tag 4: Blöndos bis Akureyri
Heute hiess es Aufbruch zur Hauptstadt des Nordens! Eines der schönsten Erlebnisse hatten wir an diesem Tag, als wir da so über Stock und Stein über Pässe fuhren. Plötzlich war da in der Sonne glitzernd nämlich eine Schneefläche. Und ein Bächlein zum Stauen, und hellgrünes Moos. Hier blieben wir ein Weilchen und haben… gestauu(n)t.


Weiter haben wir noch das gesehen:



Z’Mittag gabs direkt am Bergsee inkl. 4 Mio. Mücken/Fliegen die zum Glück nicht stachen.

Akureyri dann nicht wie erwartet die Grossstadtmetropole, aber ganz hübsch. Durchs Städtchen geschlendert, im Souvernir Shop verweilt und bei isländischem Bier People Watching betrieben, machten wir uns schon bald auf zum Camping, wo ich meine erste Yoga “Stunde” abhalten konnte.

Erkentnisse des Tages: Hauptstadt nicht gleich Grossstadt, ich liebe isländisches Lightbeer
Tag 5: Akureyri über Husavik bis Myrvtan

Heute gabs den ersten grossen Wasserfall zu sehen. Wasserfälle sind in Island ja so häufig wie Jugendliche mit tiefsitzenden Hosen in Zürich. Trotzdem haben sie uns bis am Ende immer wieder fasziniert.

Ein ganz besonderes Highlight stand aber heute noch auf dem Programm: Whale Watching in Husavik.
Herrlicher Tag mit viel Sonne und wenig Wind und einigen verspielten Walen. Wir hatten ein riesen Glück und der Buckelwal ist direkt vor Manuels und meinen Augen aufgetaucht. Was für eine Erlebnis!

Nach diesen Eindrücken gings wieder runter in die Myrvtan Gegend, wo ein wunderschöner See uns entzückt hat und wir trotz nerviger Mücken den Campingplatz direkt am Wasser aufsuchten. Einmal den See umkreist, haben wir unterwegs einen weiteren Krater bestiegen, der im Gegensatz zu vielen anderen fast gar nicht bewachsen ist.

Am Abend genossen wir ein Bad in der warmen Quelle inklusive Bier. Was für ein Leben.

Erkentnisse des Tages: Capingplätze werden zwar immer teurer im Uhrzeigersinn, dafür auch immer schöner; die Isländer halten nicht viel von Absperrungen und Eintritten; auch wenn die Mücken nicht stechen nerven sie.
Tag 6: Myrvtan bis Egilsthir
Gleich nach Abfahrt gings zu den geothermischen Gebieten, wo es tierisch aus dem Boden brodelt. Das Wasser da 80-100 Grad heiss!

Dann gaben wir uns nochmals 2 grosse Wasserfälle. Selfoss und Detifoss. Detifoss übrigens im Streit mit dem Rheinfall. Welcher hat eine grössere Wassermenge? Der Fall ist ja irgendwie klar, oder?

Mich hats dann noch einmal komplett in den Schlamm gehauen. Natürlich wieder in den pinken Turnschuhen. Wieso lasse ich eigentlich jedes Mal meine Wanderschuhe im Auto, wenn sie doch so dringend gebraucht würden?

Übernachtet wurde heute in einem Wald, direkt am See. Ja, hier hats auch Bäume…

Erkentnnisse des Tages: Detifoss ist definitiv grösser als der Rheinfall, ein Zentrum existiert in einem isländischen Dorf nicht (aber Manuel jedes Mal bei Ankunft: sollen wir zuerst mal ins Zentrum fahren?); wir hätten eine Göla CD mitbringen sollen
Tag 7: Egilstathir bis Djupivogur
Heute gings entlang der Ostfjorden. Aus meiner Sicht der wenigste interessante Teil Islands. Heute ist die Standheizung ausgestiegen, passend zum Wetterwechsel. Es regnet und ist grau.

Doch wir lassen uns die Laune nicht verderben:

Erkentnisse des Tages: wir vermissen den blauen Himmel, Isländer sind trotz extrem ungesundem Essen nicht dick!
Tag 8: Djupivogur bis Höfn
Die Landschaft ist jeden Tag vielfältiger, einfach unglaublich.


Zum Beispiel haben wir heute an einem schwarzen Strand “gesonnt”


Geschlafen haben wir in Höfn, wo wir uns richtig wohl fühlten. Ein bisschen im örtlichen Schwimmbad im 42 Grad warmen Wasser gebadet, endlich gewaschen und uns dann am Flughafen amüsiert. Uns wurde nämlich aufgrund der ausgefallenen Heizung, Schlafsäcke nachgeschickt, die bis -8 Grad warm halten sollten. EINGEFLOGEN wurden die. Als wir am munzigkleinen Flughafen ankamen, hiess es wir sollen warten, denn der Flieger komme erst in 10 Minuten. Und tatsächlich, pünktlich ist der kleine Flieger mit ca 10 Passagieren vor unseren Augen gelandet und dabei waren auch unsere wunderbar warmen Schlafsäcke.
Erkentnisse des Tages: Isländer sind abgehärtet und nehmen emotionslos ein Eisbad nach jedem Badegang; sie mögen es vor allem im Whirlpool eng bei einander; es ist einfach unglaublich teuer und schön hier.